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Kreis Borken: 3,1 Millionen Euro fürs Breitbandnetz

29 September 2009
Am Ende waren alle - bis auf zwei Mitglieder der FDP - überzeugt: Der Kreis wird 3,17 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II für den Ausbau des Breitbandnetzes verwenden. Das hat der Kreistag am Donnerstag beschlossen. Mit dem Geld soll kreisweit vor allem ein Großteil der noch nötigen 100 Kilometer Rohr verlegt werden, durch das dann später Glasfaserkabel "geschossen" wird. Das Kabel soll vor allem Betrieben die Durchleitung großer Datenmengen ermöglichen.

Quelle: Westfälische Nachrichten, 25. September 2009

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Zuvor hatte Dr. Elisabeth Schwenzow in einem Vortrag für diese Investition geworben - und den Politikern erklärt, warum der Kreis die schnellen Datenleitungen braucht. Wie die Fachfrau von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft sagte, bräuchten Firmen wie Druckhäuser oder Einrichtungen wie Röntgenpraxen die Möglichkeiten, große Datenmengen nicht nur via Internet runterzuladen, sondern auch hochzuladen. Das sei zum einen mit herkömmlichem Verbindungen nicht zu machen, andererseits sei das in der Region zurzeit noch sehr teuer. Während eine 100Mbit-Leitung in Enschede monatlich rund 300 Euro koste, betrage der Preis dafür derzeit in Ahaus rund 1000 bis 2000 Euro, in Heek oder Velen sogar bis zu 4000 Euro. Funkverbindungen könnten allenfalls im sehr ländlichen Bereich Lücken schließen. Für eine sichere, witterungsunabhängige Übertragung großer Datenvolumen sei diese Technik nicht geeignet.

„Mit den 3,17 Millionen Euro kann jeder Ort angebunden werden“, blickte Dr. Schwenzow in die Glasfaser-Zukunft. Klar sei aber auch, dass das Geld nicht ganz reichen werde, um Kosten von rund 40.000 Euro pro Kilometer Rohrverlegung zu bezahlen. Laut Dr. Schwenzow hätten aber die Bürgermeister zugesichert, Geld beizusteuern. Und: Innerhalb der Ortsgrenzen seien es ohnehin die Kommunen, die investierten.

Dr. Schwenzow machte auch deutlich, dass der Telekommunikationsmarkt grundsätzlich ein freier Markt sei. Weil aber im ländlichen Raum der Markt die Nachfrage nicht befriedige, erhalte die öffentliche Hand Verantwortung für die Versorgung der Bürger. Auf Nachfrage von FDP-Fraktionschef Bernd Schöning, der mit dem Geld lieber Kreisgebäude saniert hätte, machte die Kommunikationsfachfrau deutlich, dass das Geld sicher nicht „in den Sand gesetzt“ würde. Die Nachfrage sei da, sagte sie. Im Übrigen sei es auch so, dass „das kein Renditeobjekt ist“, aber: „Es geht ja hier auch um Daseinsvorsorge und Wirtschaftsförderung“, so ihre klare Aussage. Falls man sich nicht um das Thema kümmere, drohe eines: „Dann werden wir immer mehr abgehängt.“

In den kommenden Wochen starten Arbeitsgruppen für die Planung der Leerrohrtrassen sowie für betriebswirtschaftlichen und juristische Fragen. Die jetzt vom Kreistag freigegebenen Mittel sollen bis Ende 2010 ausgegeben sein.

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